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Freitag, 11. Januar 2008

Ein Streifzug durch die Geschichte
von Wolfgang Martens

Der Ort Sandhatten wird 1240 als „West-hathen“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus diesem Anlaß und auf Initiative des Orts- und Bürgervereines Sandhatten konnte 1990 das 750-jährige Ortsjubiläum festlich begangen werden.
  
  
Die Urkunde von 1240 wurde in „West-hathen“ ausgestellt und beinhaltet einen Hofverkauf an das Kloster Hude. Um Verwechslungen mit dem Kirchdorf Hatten bzw. Kirchhatten auszuschliessen, das bereits 860 als „Hahtho“ urkundlich erwähnt wird, wurde der im Westen gelegene Ort zunächst als „West-hathen“ bezeichnet. Der Ortsname Sandhatten, benannt nach seiner sandigen Umgebung, ist 1324 urkundlich belegt.

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Quelle: Malgorzata Marlinska

  
  
Neben diesen Urkunden gibt es in und um Sandhatten noch zahlreiche Spuren aus der Vor- und Frühgeschichte. Bei Schohusen, wo 1811 beim Fällen einer alten Eiche 12 Opfermesser und eine Statuette aus Metall gefunden wurden, befindet sich das Großsteingrab „Steenberg“. In der weiteren Umgebung gibt es vereinzelte Grabhügel aus der Bronzezeit und im Ortskern an der Haferkampstraße liegt der Rest einer Grabkammer eines bereits 1866 zerstörten Großsteingrabes.
  
  
Zu Sandhatten gehört auch der Einzelhof Schohusen, der - gelegen am „Friesischen Heerweg“ - 1251 als „Scatehusen“ urkundlich erwähnt wird. An dieser Stelle der Hunte befand sich eine alte Furt an der zwischen Oldenburg und Wildeshausen über Jahrhunderte die einzige Möglichkeit zum Überqueren des Grenzflusses zwischen der alten Grafschaft Oldenburg und dem Amt Wildeshausen bestand. Als 1860 die Dehland-Brücke fertiggestellt war, verlor der Hof Schohusen, trotz der dort seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesenen Fähre für Personen- und Kleintiere, an Bedeutung.

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Quelle: Malgorzata Marlinska

  
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Ein altes Einnahmeregister der Grafen von Oldenburg verzeichnet im Jahre 1428 mehrere Hofstellen in Sandhatten und Schohusen. Ferner befindet sich darin auch der Hinweis auf eine Kapelle, in der 1529 der Priester Kasselmann auf dem Heimweg von Oldenburg nach Wildeshausen ermordet wurde. Die Spuren dieser Kapelle aus der vorreformatorischen Zeit sind ebenso verschwunden wie auch jegliche Überreste der sogenannten „Luchtenborch“, lediglich der „Borgloh“ am westlichen Ortsrand von Kirchhatten erinnert an den mutmaßlichen Standort.
  
  
Bis zur Mitte des 17. Jahrhundert hatte sich Sandhatten derart entwickelt, dass die Bürger die Einrichtung einer Schulstube anstrebten, die 1656 vom Konsistorium genehmigt wurde. Seitdem wurden die Kinder im Ort unterrichtet, nachdem sie bis dahin die sogenannte Hauptschule in Kirchhatten besuchen mußten. Das erste eigene Schulgebäude dürfte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden sein, das 1833 und zuletzt 1897 erneuert werden mußte. Die selbständigen Dorfschulen wurden bereits in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgelöst, das ehemalige Schulgebäude an der „Leuchtenburger Straße“ befindet sich seit 1980 in Privatbesitz.

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Quelle: Malgorzata Marlinska

  
  
Um 1680 gab es im Bereich Sandhatten insgesamt 25 Haus- oder Hofstellen und als 1764 die gesetzliche Brandkasse eingeführt wurde waren es bereits 42. In der Beschreibung der Vogtei Hatten von 1801 werden unter Sandhatten immerhin 54 Wohnhäuser genannt, wobei das Dorf gegen Ende des 19. Jahrhunderts etwa 300 Einwohner und 50 Wohnhäuser umfaßte.
  
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Bei einem Großbrand im Mai 1852 wurde der nordöstliche Teil des Dorfes in Schutt und Asche gelegt.
Insgesamt brannten 10 Wohnhäuser und 18 Nebengebäude nieder, 68 Personen waren vorübergehend obdachlos geworden, Mobiliar, Erntevorräte und Vieh wurden vernichtet, lediglich eine Person erlitt Brandverletzungen. Die Brandkatastrophe zog im gesamten Herzogtum Oldenburg eine Welle der Hilfsbereitschaft nach sich, wodurch viele der Abgebrannten bereits im Herbst desselben Jahres neue Gebäude errichtet hatten.

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Quelle: Malgorzata Marlinska

  
  
Wenige Jahre nach dem Dorfbrand kam es zu einer festen Wegeverbindung zwischen den damaligen Kirchspielen Hatten und Huntlosen, denn 1860 konnte der Brückenbau bei Dehland in die Tat umgesetzt werden. Die über die Hunte führende hölzerne Brücke war zunächst von einer Aktiengesellschaft finanziert worden und gegen Bezahlung einer Überwegungsgebühr zu passieren.
Dem Bau der Dehland-Brücke folgte 1872 die Einrichtung der Rieselwiesenbewirtschaftung, die erst 1958 aufgegeben wurde. Dabei handelte es sich um ein flächendeckendes System von Gräben und Schleusen zur Regulierung der Hunte, um die landwirtschaftlichen Flächen durch künstlich herbeigeführte Überflutungen zu verbessern.
  
  
Einige Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges gab es in Sandhatten eine zukunftsorientierte Entscheidung. Nach dem Brand eines Bauernhofes am östlichen Ortseingang, dort wo es bereits 1852 zu der verheerenden Brandkatastrophe gekommen war, entschlossen sich die Einwohner 1926 zur Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr Sandhatten“. Ohnehin hatte die Bevölkerung viel Sinn für gemeinsame Aktivitäten, so war es u.a. bereits 1894 zur Gründung des heute noch bestehenden Männergesangsvereins Germania gekommen.

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Quelle: Malgorzata Marlinska

  
  
Zum Bekanntheitsgrad des Ortes dürfte auch die 1926 eingerichtete Jugendherberge am „Wöschenweg“ sowie die Sommerhäuser auswärtiger Kaufleute beigetragen haben. Nach dem 2. Weltkrieg wurde zunächst die Ausweisung von Wochenendgebieten vorangebracht und in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Ausweisung von Baugebieten. Landwirtschaftliche Selbstvermarkter und verschiedene Künstler haben das Dorf in den letzten Jahren geprägt.
  
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Im Jahre 1988 wurde Sandhatten in das Niedersächsische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, wovon insbesondere die Ortsdurchfahrt profitieren konnte, ferner wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus erbaut und der Dorfplatz umgestaltet.

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Quelle: Malgorzata Marlinska

  
 

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